15.1.23

Hooks in suction pads 2012

 Sektkork und Schminkpinselchen liegen auf einer Straße im senioresken Neubaugebiet. Er rülpst inzwischen nicht mehr auf Empfängen, sondern basic im Obdachlosenklo. Den Umweg über die Informatik hat er sich gespart. Sie hat ihren letzten Kinderwagen vor 25 Jahren geschoben. Die wettergegerbte Gesichtshaut konnte ein Spurensucher auch als von Alc, Lust und Hass gekerbt interpretieren.  Sie schimpft jedenfalls lange sarrazinöse Stücke.

Sie kommen an einem Garten vorbei, in dem eine alte Frau inmitten ihrer roten Granolen liegt, ausgebreitet im rosa verblichenen Morgenmantel mit einem Hörnchenkissen um den Hals. Sie schaut aus einer ihrer Lebensleistungen hinaus über die Straße, über die Neugier von Kork und Pinsel in die Ewigkeit. Was bleibt, was stirbt? Es gelingt ihr, diesen Augenblick von Rot in sich einzuschließen für einen Augenblick Ewigkeit. Drinnen telefoniert der Pfleger in einer Globalisierungssprache.

 

 

Eine Wiese vom Schloß weiter, eine Sehnsucht zurück in die Vergangenheit seufzt der Bräutigam von der amerikanischen Hochzeit in ein Urinal mit dem bedeutungsvollen Namen Sphinx: "Der verflixte Knödeltopf!" Die Braut erwartet ihn derweilen in breitem Weiß zum Foto-Shooting. Rot steigen die Ballons der Hoffnung und der guten Wünsche unter die Haßbögen der Stirn von K und P.

 

 

Er könnte sie alle erschlagen, sie fände das voll okay. "Schon wieder so heiß! Da liegt die Alte. Weißt Du noch wie sie die Bullen geholt hat? Verrecken soll sie. Man müßte..." Es folgt eine ziemliche Brühe Gehässigkeit.

 

 

 

Ein Schälchen, geschenkt von Mia der Freundin bei ihrem letzten Besuch. Der Sohn drückt seine Zigarette darin aus und stellt es zu den Sachen für den Sperrmüll. So wird auch sein Glück entsorgt werden. Was bleibt? Vielleicht der Abdruck einer Umarmung in den Synapsen einer Kind gebliebenen Seele? Etwas schärfer gesprochen: "Würden Sie sie jetzt bitte wieder herein holen?!"

Sie sieht auch das Grün der Birke wieder, hört das Piepsen des Amselkinds und die Schritte der von der Arbeit Heimkehrenden.

K: "Du könntest ja auch mal wieder was kochen." P: "Hallo! Wo sind wir denn!? Kneif mich nicht! Komm, wir gehn mal in die City. Vielleicht mal ne Portion Pommes oder was."  

Drei rußland-deutsche Kopftücher warten auf das Auto zu Pfarrer und Gott: "Wann der Mensch kummt... Aber wann der Mensch nit rauskummt!.. "  

Fallersleben kommt voll Frust aus dem Büro. Wieder hat man ihm eine Beförderung verweigert. "Immer das faule Geschwätz von Goethe, Globalisierung, Solidarität. Mafia!" Er haut dem K auf die Schulter. "Kommt, Leute, wir trinken eins“. Vom Chauvinisten des Intellekts ist er soeben zum Chauvinisten geworden.

Sektkork und Schminkpinselchen liegen auf einer Straße im senioresken Neubaugebiet. Die Bushaltestelle blasen sie mit Wagner aus.

Wo ist das Kind, das "Mama" im Ton der Liebe zu P sagen würde? Würde es helfen? Wäre es nicht eine Art Umarmung gegen den Haß?

05.08.12  Klaus Wachowski

 

*Hooks in suction pads = (Bade)haken mit Saugfuß

20.11.21

Covidoster 11 21

 


Der 3-Sterne-Knastronom (oder heißt es Gastronaut? Egal!) fliegt zurück. Dubai gescheitert. Kaum in Ulm gelandet gibt's Indizien auf Berufung.

Pegida stapft durch die Auslagen und pflügt durch die geschichteten Wahrheiten. Tiefgründig wie witzig kommentiert das Kabarett.

Die bundesdeutsche Corona-Insuffizienz steigt und steigt. Zur Zeit liegt sie bei 370 Kommunisten. Innerkirchlich ist das eine peinliche Amazonas-Abholzung. Der Ethnologie wundert sich.

Das Volk klopft ans Fenster: "Komm!". Trump,  Bildung macht den Meister, tritt der Intelligenz in den Hintern, die wiederum mit Flöte und Peitsche die Menge vorantreibt.

Es geht in die Angst, in die Wut. Der gepflegte Versicherungsvertreter weiß gar nicht, wie er das in seine Akquisition einbauen kann.
Pech:
Impfpass vergessen!

Vulnerabel grüßt der Weihnachtsmann, eine Art Horst Schlämmer, aus der Generation Booster.

13.9.21

Knausgard und Beethoven

Anhand auch von Thomas Lang 2018 in volltext

Die ältesten Motive von Literatur entfalten bei Knausgård durchaus eine mythologische Wucht. Es kann nicht darum gehen, erzählerische Spielräume einzuengen. Beethoven donnert sich durchs Jahr.

Dann kommt Liebe in  romantischer Grundierung. Dazwischen Bände von Kindheit und Adoleszenz, wuchtige Motivik in schwächelnder Reihe.

Individualität war ein großes Thema. Unvermeidlich stellte sich die  Frage: Was liegt im Trend? Gibt es bei edlen Uhren nicht auch Heritage und besonderes Retro? 

Einwand Dr. Sirc Corona: Zur Bestimmung von Parasiten ist der normale Blutrausch noch immer besser als der Dicke Tropfen in Maurerscher Fleckung oder Schüffnerscher Tüpfelung.

6.7.21

Nervensäge und Rotzlöffel (Munzingerarchiv)

Nervensäge und Rotzlöffel verhandeln

Wer  macht Kanzler?

Im Hinterhof gab es einen wunderbar gepflegten Garten mit akkurat geschnittenem rasen und perfekt gestutzten Hecken (Trish Morey 11/14), wirkte aber stark vernachlässigt. Valentine gab sich hin, ganz und gar tropfende Schokolade.

Die Nervensäge witterte Tod im Aerosol. Rotzlöffel bestelle gleich eine Sonderschüttung vom sibirischen Vaccinator.

Sie aber wanderte von Anblick zu Anblick durch das Ambiente.

Nichts geschah.

Fuck! Die Zeit stand still: Die Herren schmauchten wieder Pfeifchen, aus den Fenstern schauten grauhaarige Damen auf die von Hufgeklapper rhythmisierten Gassen Groningens.

Starke Aufmerksamkeit erregte der Anblick eines umherirrenden Migranten, dem einige scheeläugige Schleicher vom Ork auf der Ferse schienen.

Valentina wandte sich nun doch dem Rotzlöffel zu. Er hatte so etwas Starkes an sich: „Wem ich mich jetzt von der Welt verabschieden müsste, hätte ich ganz andere Sorgen…“

6.7.2021 Klaus Wachowski

 

2.3.21

Schlosspark Frühling

Frühlingsspaziergang

Schlosspark Karlsruhe

 

Durch Hallen gehn,

Menschen auf dem Forum,

Sonne, Laune, Sloterdijk.

Jetzt lieber keinen Schopenhauer!

 

Ein Mann mit Hunderucksack.-

Houellebeq?

Komm, nimm ein Eis aus Malaga,

Es mundet metaphysisch.

 

Schau an, der Zetteldichter,

Dr. Smirc.

Was ist?

Die Antwort unverhüllt von Warnix.-

 

Da: Väter fahren Kinder frisch und frei ins Mittelalter.

Hieß es nicht einst:

Ein Gott-zum-Gruße in Megedeburch.?

 

Nicht schlecht,

bin wohl allein,

High Richard, was meinst du?

 

Klaus Wachowski 1.3.2021